Leseprobe zum Buch „Liebe“
Du
Du legst deine Liebe auf meine Schatten
Sie sind nicht mehr dunkel,
nicht mehr so kühl.
Und wenn ich falle, dann fängst du mit Matten
Den furchtbarsten Sturz auf, dass ich ihn nicht fühl.
Du schiebst deine Liebe in meine Träume.
Kein schwarzer Alb mehr,
der mich niederdrückt.
Dein Lächeln erfüllt mir die weitesten Räume.
Du hast meine kalten Fassaden verrückt.
Wenn du mir nah bist,
kann mich nichts mehr schrecken.
Plötzlich hab ich Mut.
Du ziehst mich zu dir,
ich muss nichts verstecken.
Alles ist gut…
Bilanz
Die Hälfte des Lebens ist ungewiss.
Wie berechnet man Leben? Nach Jahren?
Wie bucht man Momente, so dass etwas bleibt
im Nettoabschlussverfahren?
Zwischen den Zahlen erwuchs eine Liebe:
samtene Himmel in Sehnsuchtsweiten.
Das taktet sich nicht nach Kalendern.
Das bleicht nicht dahin mit dem Scheiden.
Was kümmern mich Stundenschläge?
Meine Hülle – eine Hütte auf Zeit.
Das Ewige lebt in der Liebe,
die alle Zweifel verzeiht.
